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Folge 5: Warum machen Abschiede traurig?

Moderatorin Tina nimmt Abschied, weil sie in eine andere Stadt zieht. Ben und Eule Sophie sind sehr traurig. Warum ist man beim Abschied oft traurig? Und was hilft gegen Traurigkeit?

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Chapter 1

Warum Abschied traurig macht – und warum das okay ist

Moderatorin Tina

Hallo ihr Lieben, hier ist eure Tina. Heute ist bei uns im Studio ein bisschen… na ja, der Bauch fühlt sich komisch an. Denn ich hab eine Nachricht: Ich werde bald in eine andere Stadt ziehen.

Ben

Oh wow, Tina… als du das gesagt hast, hat mein Bauch auch kurz gedrückt. So ein schweres Gefühl, weißt du? So als würde ein Kloß im Hals sitzen.

Eule Sophie

Huuu… bei mir fühlt sich das an, als wäre mein Herz kurz ganz schwer. Und meine Flügel wollen dann jemanden umarmen. So geht es mir, wenn ich an Abschied denke.

Moderatorin Tina

Ja, genau davon wollen wir heute mit euch reden, Kinder. Von Abschieden. Von diesem Drücken im Bauch und von den Tränen in den Augen. Und ich sag euch gleich: Das ist total okay so.

Ben

Vielleicht kennst du das ja. Vielleicht bist du schon mal umgezogen. Oder eine beste Freundin, ein bester Freund ist weggezogen. Oder du hast die Kita gewechselt und musstest deine Erzieherin oder deinen Erzieher zurücklassen.

Eule Sophie

Oder… in der Schule wechselt ihr die Klasse. Plötzlich ist da eine neue Lehrerin. Und die alte, die du lieb hattest, ist nicht mehr jeden Tag da. Huiii, das kann echt im Bauch ziepen.

Moderatorin Tina

Am schlimmsten ist natürlich, wenn ein geliebter Mensch stirbt. Oma oder Opa oder so. Wenn wir Abschied nehmen, kommen ganz viele Gefühle durcheinander. Traurigkeit, klar. Vielleicht kennst du das: Du willst weinen und gleichzeitig denkst du, du darfst nicht. Aber weißt du was? Weinen ist überhaupt nicht peinlich.

Ben

Ja, echt nicht. Weinen zeigt: Da ist dir jemand wichtig. Wenn Tränen kommen, sagt dein Herz sozusagen: „Du bedeutest mir ganz viel, und ich vermisse dich jetzt schon.“

Moderatorin Tina

Genau. Manchmal kommt auch ein bisschen Unsicherheit dazu. Zum Beispiel: „Wie wird es in der neuen Schule? Sind die Kinder nett? Finde ich neue Freundinnen und Freunde?“ Diese Fragen gehören dazu.

Ben

Und manchmal, puh, kommt auch Wut. So ein inneres Stampfen: „Warum muss ich überhaupt umziehen? Ich wollte das doch gar nicht!“ Oder: „Warum hört meine Lieblingserzieherin einfach auf?“

Eule Sophie

Oh jaaa, Wut kenne ich auch. Dann würde ich am liebsten laut „Huuuu, das ist gemein!“ rufen. Und gleichzeitig bin ich dankbar. Dankbar für die vielen schönen Abende im Eulenbaum mit meinen Freunden.

Moderatorin Tina

Das ist spannend, oder? Traurigkeit, Angst, Wut und Dankbarkeit können alle zusammen in einem Herzen wohnen. Zum Beispiel: Du bist traurig, weil deine Freundin wegzieht. Wütend, weil du das blöd findest. Vielleicht ein bisschen ängstlich, wie es ohne sie wird. Und trotzdem dankbar, weil ihr so viele tolle Sachen erlebt habt.

Ben

Ich erinnere mich, als mein Lieblings-Erzieher im Hort aufgehört hat. Ich war erst voll sauer. Dann hab ich gemerkt: Ich bin eigentlich traurig. Und irgendwie auch froh, dass ich ihn überhaupt kennenlernen durfte. Sonst hätte ich ja niemanden gehabt, mit dem ich so gute Kicker-Turniere hatte.

Moderatorin Tina

Wenn du das gerade hörst und merkst, oh, bei mir kribbelt es im Bauch, dann darfst du das einfach merken. Vielleicht denkst du kurz an eine Situation: Die letzte Woche in der Kita. Der letzte Tag im alten Zimmer, bevor die Umzugskisten kommen. Der letzte Morgen mit deiner alten Klassenlehrerin. Oder der letzte Besuch bei Oma und Opa.

Eule Sophie

Du kannst dir innerlich sagen: „Ich bin traurig. Und das ist in Ordnung.“ Ganz langsam. So als würdest du dich selbst in den Arm nehmen. „Ich bin traurig. Und das ist okay.“

Ben

Und wenn du willst, kannst du mit jemandem darüber reden. Mit Mama oder Papa, mit Oma, Opa, deiner Erzieherin, deinem Lehrer oder einer Freundin. Du kannst sagen: „Ich bin traurig, weil…“ und dann zu Ende sprechen. Das muss gar nicht perfekt klingen.

Moderatorin Tina

Manchmal hilft es auch, die Gefühle zu malen. Ein wütender roter Kringel, ein blauer Regentropfen-Traum, ein warmes gelbes Herz für die Dankbarkeit. Alles darf aufs Papier.

Eule Sophie

Und wenn dann Tränen kommen, darfst du sie laufen lassen. Tränen sind wie kleine Wasserperlen, die die Erinnerung sauber und glitzernd machen. Sie zeigen: Hier war etwas Wichtiges in deinem Leben.

Ben

Also, falls du mal denkst: „Oh nein, jetzt weine ich vor den anderen, das ist bestimmt peinlich…“ – nein. Es ist ein Zeichen von Mut. Du traust dich zu zeigen, was in dir los ist.

Chapter 2

Wie wir gut Abschied nehmen können – kleine Rituale, die helfen

Moderatorin Tina

So, jetzt, wo wir über die Gefühle gesprochen haben, wollen wir überlegen: Was hilft beim Abschied? Was macht ihn ein bisschen leichter und wärmer?

Ben

Mir hilft immer, wenn ich mit der Person nochmal richtig reden kann. So ein Abschiedsgespräch. Nicht schnell „Tschüss, ciao“, sondern hinsetzen, vielleicht was trinken und sagen: „Du warst mir wichtig, weil…“

Eule Sophie

Ich mag Abschieds-Umarmungen. Nicht jede Eule mag das, aber ich schon. Eine langsame, feste Umarmung. Und vielleicht ein Satz ins Ohr: „Du bist wichtig für mich. Ich vergesse dich nicht.“ Huuu, da krieg ich direkt Gänsefedern.

Moderatorin Tina

Solche „Du-bist-für-mich-wichtig“-Sätze sind toll. Zum Beispiel: „Mit dir hab ich am liebsten gespielt.“ Oder: „Ich mochte es, wie du mir vorgelesen hast.“ Oder: „Du hast mir Mut gemacht, als ich schüchtern war.“

Ben

Für Kinder finde ich kleine Rituale super. Die kann man sich richtig merken. Zum Beispiel ein Erinnerungsbuch. In der Kita macht man das manchmal. Da kleben Fotos rein, malen Bilder, schreiben kleine Sätze.

Eule Sophie

Oder ihr macht in der Klasse ein Freundschaftsbuch für das Kind, das umzieht. Jedes Kind malt eine Seite. Vielleicht ein kleiner Spruch, ein Witz, ein Bild von einem gemeinsamen Spiel.

Moderatorin Tina

Ganz einfach geht es auch mit Fotos. Vielleicht macht ihr ein letztes Gruppenfoto in der Kita, auf dem Schulhof oder an eurem Lieblings-Kletterbaum. Wenn du dann im neuen Zimmer bist, kannst du das Bild anschauen und weißt: Da sind sie, meine Leute.

Ben

Ich mag auch kleine Andenken. Ein Stein vom gemeinsamen Lieblings-Spielplatz. Ein selbstgemaltes Herz. Ein Freundschaftsarmband. Oder ein winziger Zettel mit einem Mut-Satz drauf, den du in deine Hosentasche stecken kannst.

Eule Sophie

Ich hab eine Abschieds-Kiste. Da ist ein getrocknetes Blatt von meinem Lieblingsbaum drin, ein Foto von meinen Eulenfreunden und ein kleiner, glitzernder Knopf. Immer wenn ich traurig bin, mach ich sie auf und denk an die schönen Zeiten.

Moderatorin Tina

Vielleicht magst du so eine Kiste oder Schachtel auch. Du kannst sie mit Stickern bekleben und deinen Namen draufschreiben. Und jedes Mal, wenn du merkst, oh, heute bin ich wieder traurig, darfst du sie aufmachen.

Ben

Wichtig ist auch: Traurigkeit kommt in Wellen. Manchmal bist du total traurig und willst nur kuscheln oder alleine sein. Und eine Stunde später lachst du wieder laut beim Spielen. Beides ist richtig.

Eule Sophie

Ja, du darfst nach einem Abschied auch wieder fangen spielen, Witze machen und kichern. Das bedeutet nicht, dass dir die Person plötzlich egal ist. Es heißt nur: Dein Herz macht eine kleine Pause vom Traurigsein.

Moderatorin Tina

Und wenn die Trauer-Welle wiederkommt, kannst du wieder reden. Du kannst sagen: „Heute vermisse ich meine alte Kita.“ Oder: „Ich denke an meinen besten Freund.“ Es ist nie zu spät, darüber zu sprechen.

Ben

Vielleicht hilft dir auch ein Abendritual. Vor dem Einschlafen kurz an den Menschen denken, an den du dich erinnerst. Du kannst leise „Gute Nacht“ sagen oder ein kleines Licht anmachen und kurz an die Person denken.

Eule Sophie

Oder du malst vor dem Schlafen ein Bild, nur ein kleines. Jeden Abend ein anderes. Am Ende hast du eine ganze Galerie von Erinnerungen. Wie ein inneres Museum in deinem Zimmer.

Moderatorin Tina

Das Tolle ist: Rituale helfen uns, uns geborgen zu fühlen. So, als würden uns unsichtbare Arme umarmen. Und sie erinnern uns daran: Auch wenn wir uns nicht mehr jeden Tag sehen, das, was wir zusammen erlebt haben, bleibt trotzdem bei uns.

Ben

Gleich lernt ihr noch jemanden kennen, die uns bei Abschieden und Neuanfängen ganz besonders gut helfen kann. Eine sehr liebe Freundin von Tina.

Chapter 3

Tina stellt Anna vor – ein neuer Anfang und Hoffnung auf Wiedersehen

Moderatorin Tina

Ja, jetzt kommt ein besonderer Moment. Ich hab euch ja erzählt, dass ich in eine andere Stadt ziehe. Aber ich geh nicht einfach leise aus der Tür. Ich bringe euch jemanden mit. Jemanden, der bleiben wird, wenn ich nicht mehr hier im Studio bin. Das ist meine Freundin Anna.

Anna

Hallo ihr Lieben, ich bin Anna. Ich arbeite sonst in einem Kindergarten und ich freu mich sehr, dass ich jetzt hier mit euch sprechen darf. Ich bin ein bisschen aufgeregt, aber vor allem hab ich ganz viel Lust, eure Fragen und Gefühle kennenzulernen.

Ben

Hey Anna, schön, dass du da bist. Ich kann mir gut vorstellen, wie du im Kindergarten auf so kleinen Stühlchen sitzt und den Kindern zuhörst.

Eule Sophie

Huuuu, hallo Anna. Ich seh dich direkt vor mir mit einer Tasse Tee und einem Stapel Kinderzeichnungen in der Hand. Willkommen in unserer Runde.

Anna

Danke, ihr zwei. Und danke, Tina, dass du mich hier reinholst. Ich weiß, dass ich dich nicht ersetzen kann. Du bist du. Und ich bin ich. Aber ich darf weiter mit den Kindern sprechen, mit euch zuhören und trösten. Das macht mein Herz ganz warm.

Moderatorin Tina

Genau das ist wichtig: Ein neuer Mensch ersetzt den alten nicht. Deine alte Erzieherin bleibt immer deine alte Erzieherin. Dein alter Freund bleibt dein Freund, auch wenn er umzieht. Und trotzdem kann jemand Neues dazukommen und es auch schön machen.

Ben

Das ist wie in der Kita: Erst hat man eine beste Freundin. Dann kommt ein neues Kind in die Gruppe. Und plötzlich merkt man: Oh, ich hab jetzt zwei Menschen, mit denen ich gern spiele. Das alte ist nicht weg, es kommt nur noch etwas Neues dazu.

Eule Sophie

Oder wie bei Eulen. Ich hab einen Lieblings-Ast, auf dem ich immer sitze. Wenn da irgendwann kein Platz mehr ist, such ich mir einen zweiten Lieblings-Ast. Der erste bleibt trotzdem in meinem Herzen der allererste Ast.

Moderatorin Tina

Damit wir unseren Abschied gut gestalten, machen wir hier in der Sendung jetzt ein kleines Ritual. So ähnlich könnt ihr das auch zu Hause, in der Kita oder in der Schule machen. Wollen wir eine kleine Erinnerungsrunde machen?

Ben

Ja, los. Ich fang an. Mein Lieblingsmoment mit dir, Tina, war, als du über das Fahrradfahren gesprochen hast. Da hast du erzählt, wie wichtig es ist, Mut zu haben und nicht aufzugeben.

Eule Sophie

Mein Lieblingsmoment, schuhuuuu, war, als wir zusammen gelacht haben, weil ich das Wort „Spaghetti“ nicht richtig sagen konnte und immer „Spaga…ghetti…“ gestottert hab. Du hast mich nicht ausgelacht, sondern mit mir gelacht.

Anna

Ich kenne die Sendungen ja von außen und hab zugehört. Mein Lieblingsmoment mit dir, Tina, war, wie liebevoll du immer mit den Kinderfragen umgegangen bist. Man hat gemerkt: Du nimmst jedes Kind ernst. Das will ich unbedingt weitermachen.

Moderatorin Tina

Danke euch. Ich hab natürlich auch viele Lieblingsmomente. Aber mein allerliebster ist eigentlich genau jetzt. Weil ich fühle, dass ihr mich im Herzen behaltet.

Ben

Und der „Staffelstab“? Den wollten wir doch auch noch übergeben, oder?

Moderatorin Tina

Stimmt. Stell dir vor, ich halte hier einen bunten Stab in der Hand. Vielleicht mit Sternen drauf. Dieser Stab steht für all unsere Geschichten, unser Lachen, unsere Tränen, unsere Fragen.

Anna

Und jetzt gibst du ihn mir, oder?

Moderatorin Tina

Genau. Ich reiche ihn dir. Und damit sage ich: „Anna, du darfst jetzt die Kinder begleiten. Hör ihnen zu, tröste sie und lach mit ihnen.“

Anna

Ich nehm den Stab an und verspreche euch Kindern: Ich höre zu, auch wenn ihr traurig seid. Ihr dürft bei mir wütend sein, lachen, weinen, Fragen stellen. Alles hat Platz.

Eule Sophie

Huuuu, das fühlt sich gut an. Irgendwie gleichzeitig traurig und fröhlich. So ein Herz-Mischmasch.

Ben

Ja, und genau das ist ja das Schöne: Traurig sein und Hoffnung haben dürfen gleichzeitig im Herzen wohnen. Man darf weinen, weil Tina wegzieht, und sich freuen, dass Anna da ist.

Moderatorin Tina

Für euch zu Hause vielleicht noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr Abschied nehmt, könnt ihr auch so eine Erinnerungsrunde machen. Jeder sagt einen Lieblingsmoment. Ihr könnt ein Foto machen, ein kleines Symbol übergeben, vielleicht ein gemaltes Herz oder einen Brief.

Anna

Und wenn die Trauer sich später nochmal meldet, könnt ihr an euren Abschied denken und daran, dass ihr euch wichtige Sätze gesagt habt. Das ist wie ein warmer Schal um eure Schultern.

Eule Sophie

Tina, ich sag dir noch meinen Abschieds-Satz: „Du bleibst in meinen Eulenfedern, äh, Gedanken. Ich wink dir jede Nacht einmal zu, wenn ich auf meinem Lieblings-Ast sitze.“

Ben

Mein Satz: „Danke, dass du uns gezeigt hast, dass Gefühle sein dürfen. Ich freu mich, wenn du uns vielleicht irgendwann mal wieder besuchst.“

Moderatorin Tina

Ich hab auch einen für euch und für alle Kinder, die zuhören: „Ihr seid wichtig. Eure Fragen, eure Tränen, euer Lachen – alles gehört dazu. Ich trage euch in meinem Herzen und vielleicht hören wir uns irgendwann wieder.“

Anna

Und ich freu mich, von jetzt an mit euch weiterzugehen. Schritt für Schritt, Folge für Folge. Wir schaffen das zusammen, auch wenn sich Dinge verändern.

Ben

Dann sagen wir für heute…

Eule Sophie

…ein leises und ein lautes…

Moderatorin Tina

…Tschüss, ihr Lieben. Passt gut auf euer Herz auf.

Anna

Bis zum nächsten Mal – ich freu mich schon sehr auf euch.

Ben

Macht’s gut und bis bald.

Eule Sophie

Huuuu, gute Nacht, guten Tag, wann immer ihr hört – fühlt euch umarmt. Tschüss.