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Folge 9: Warum schlafen wir?

In dieser Folge mit Anna und Eule Sophie geht es darum, warum wir schlafen und wie wir besser einschlafen können.

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Chapter 1

Warum wir schlafen – und was im Körper passiert

Anna

Hallo und schön, dass ihr wieder mit dabei seid! Kuschelt euch ruhig ein bisschen hin, vielleicht mit eurem Lieblingskuscheltier.

Eule Sophie

Hu-hu, guten Aaaabend, ihr lieben Kinder. Ich bin die Eule Sophie. Ich bin nachts ja meistens wach, aber ich kenne mich mit Schlaf trotzdem gut aus.

Anna

Sophie, stell dir mal vor: Ein Kind kommt aus dem Kindergarten heim, reibt sich die Augen, gähnt gaaaanz groß, und sieht sein Bett und denkt: Oh, das sieht so kuschelig aus. Und dann fragt es: Warum muss ich eigentlich schlafen?

Eule Sophie

Ja, das fragen sich viele. Hm. Also, ich sag mal so: Wenn wir nicht schlafen, wird alles im Kopf ganz durcheinander. Wie ein Bauklotz-Turm, der umfällt.

Anna

Genau. Im Schlaf räumt unser Gehirn auf. Stell dir einen großen Maltisch vor, voller Stifte, Papier, Schere, Kleber. Am Tag malst du, schneidest, klebst, erlebst ganz viel. Und in der Nacht kommt dein Gehirn und sortiert alles fein in Schubladen.

Eule Sophie

Oh ja. Es schaut: Was war heute wichtig? Mit wem hab ich gespielt? Was hab ich Neues gelernt? Und dann legt es die Erinnerungen ordentlich ab. Sonst würden wir vieles einfach vergessen.

Anna

Und nicht nur das Gehirn arbeitet. Dein Körper macht im Schlaf eine richtige Werkstatt auf. Er tankt neue Energie, so wie ein Auto, das Benzin bekommt. Kleine Kratzer auf der Haut heilen, Muskeln erholen sich, und innen drin wird ganz viel repariert.

Eule Sophie

Und es gibt noch etwas ganz Spannendes: Im Schlaf schüttet der Körper besondere Stoffe aus, die heißen Hormone. Ein ganz wichtiges heißt Wachstumshormon. Das hilft dir, größer und stärker zu werden.

Anna

Das heißt: Wenn du schläfst, liegst du zwar still, aber dein Körper arbeitet fleißig weiter. Er sagt: Okay, jetzt kann ich wachsen, jetzt kann ich mich ausruhen, jetzt kann ich alles vorbereiten für morgen.

Eule Sophie

Und das Gehirn übt im Schlaf sogar das, was du tagsüber lernst. Zum Beispiel, wenn du Fahrradfahren oder einen Purzelbaum übst. Im Schlaf macht dein Kopf sozusagen heimlich Training.

Anna

Manchmal träumt man dann auch von den Sachen. Vielleicht von der Rutsche im Kindergarten oder von der Familie. Träume können lustig, komisch oder auch mal etwas gruselig sein, aber sie gehören einfach dazu, wenn das Gehirn sortiert und probiert.

Eule Sophie

Jetzt fragen sich manche Kinder vielleicht: Brauchen denn Erwachsene auch so viel Schlaf wie wir?

Anna

Gute Frage. Also, Erwachsene brauchen auch Schlaf, klar. Aber Kinder müssen meistens länger schlafen, weil ihr viel mehr wachst und so viel Neues lernt. Euer Körper und euer Gehirn haben echt einen Vollzeit-Job.

Eule Sophie

Lasst uns mal ein paar Zahlen nehmen, aber ganz einfach. Wenn du ungefähr vier oder fünf Jahre alt bist, also Kindergartenkind, dann sind so etwa zehn bis zwölf Stunden Schlaf in der Nacht richtig gut.

Anna

Genau. Stell dir eine große Uhr vor: Wenn du zum Beispiel um sieben Uhr abends ins Bett gehst und bis sieben Uhr morgens schläfst, dann sind das schon zwölf Stunden. Das ist super für viele Vier- oder Fünfjährige.

Eule Sophie

Und wenn du eher sechs, sieben oder acht Jahre alt bist, also vielleicht schon in der Schule, dann brauchen die meisten Kinder noch ungefähr neun bis elf Stunden Schlaf. Also etwa von acht Uhr abends bis sieben Uhr morgens, was ganz gut zum Schulbeginn passt.

Anna

Und Kinder so um neun oder zehn Jahre brauchen immer noch ungefähr neun bis zehn Stunden. Also mehr als die meisten Erwachsenen. Die kommen oft mit sieben oder acht Stunden aus, manche auch mit ein bisschen weniger.

Eule Sophie

Ihr seid also kleine Schlaf-Profis. Mehr Schlaf heißt nicht, dass ihr faul seid. Im Gegenteil: Ihr wachst, ihr lernt, ihr sammelt Kraft für klettern, rennen, lachen, denken.

Anna

Und falls du jetzt denkst: Oh, ich bin aber abends noch gar nicht müde… keine Sorge, darüber sprechen wir jetzt. Wir haben nämlich ein paar Ideen, wie Kinder gut einschlafen können.

Eule Sophie

Ich als Nacht-Eule sage: Das Wichtigste ist ein Ritual. Ein Abend-Zauber, den man fast jeden Tag gleich macht.

Anna

Ja, so ein fester Ablauf gibt deinem Körper ein Signal: Hey, jetzt wird es langsam ruhig. Zum Beispiel: Erst Zähne putzen, dann Schlafanzug anziehen, dann vielleicht noch auf die Toilette, und danach ins Bett kuscheln.

Eule Sophie

Und dann kommt etwas Schönes und Ruhiges. Mama oder Papa lesen vor. Oder ihr erzählt euch, was das Schönste am Tag war. Oder ihr kuschelt einfach leise.

Anna

Viele Kinder mögen auch ein bestimmtes Kuscheltier. Vielleicht hast du einen Hund, einen Bären oder eine kleine Puppe, die jede Nacht mit dir schläft. Das fühlt sich sicher an. Ich hatte früher immer meinen Bären Benni, mit dem ich gekuschelt habe. Und den haben jetzt meine Kinder zum Kuscheln.

Eule Sophie

Und das Schlafzimmer darf gemütlich sein. Nicht zu hell, nicht zu laut, nicht zu warm. Vielleicht ein kleines Nachtlicht, wenn du es magst. Und die Spielsachen dürfen ein bisschen Pause machen, damit sie dich nicht ablenken.

Anna

Manchmal hilft auch eine leise Stimme. Mama, Papa oder du selbst kannst ganz ruhig sprechen. Oder du hörst in Gedanken eine Geschichte, die du schon gut kennst. So wird es im Kopf langsam stiller.

Eule Sophie

Es gibt aber auch Dinge, die den Schlaf stören können. Zum Beispiel, wenn man kurz vor dem Einschlafen noch lange auf einen Bildschirm schaut: Tablet, Handy, Fernseher.

Anna

Genau. Das helle Licht sagt deinem Gehirn: Hey, es ist Tag, bleib wach! Dann dauert es oft länger, bis du müde wirst. Daher ist es gut, mindestens eine halbe Stunde vor dem Schlafen keine Bildschirmzeit mehr zu haben. Lieber ein Buch, ein Hörspiel leise, oder einfach kuscheln.

Eule Sophie

Auch zu viel Aufregung kurz vor dem Bett ist schwierig. Wenn man wild tobt oder eine super spannende, gruselige Geschichte schaut, ist der Kopf noch ganz aufgedreht.

Anna

Und dann gibt es noch Essen und Trinken. Viel Zucker am Abend, also Süßigkeiten, oder Getränke mit Koffein, zum Beispiel Cola, können wach machen. Dein Herz schlägt schneller, dein Körper sagt: Party! Aber wir wollen ja Schlaf-Party, nicht Hüpf-Party.

Eule Sophie

Wenn du merkst, du bist im Bett und gar nicht müde, kannst du trotzdem etwas tun. Du musst nicht nur daliegen und dich ärgern.

Anna

Ein Tipp: Leg eine Hand auf deinen Bauch und atme langsam ein und aus. So, dass der Bauch sich hebt und senkt. Du kannst in Gedanken zählen: Eins, zwei, drei beim Einatmen, und wieder eins, zwei, drei beim Ausatmen.

Eule Sophie

Du kannst dir auch eine schöne Geschichte im Kopf ausdenken. Vielleicht fliegst du mit mir, der Eule Sophie, über den Wald. Unter dir sind die Bäume ganz still, und am Himmel leuchten Sterne. Jeder Stern macht dich ein bisschen schläfriger.

Anna

Oder du denkst an drei schöne Dinge aus deinem Tag. Zum Beispiel: Ich hab mit meiner Freundin gelacht. Ich hab ein Bild gemalt. Ich hab eine Umarmung bekommen. Das macht ein warmes Gefühl im Bauch.

Eule Sophie

Wenn du dich im Dunkeln mal unwohl fühlst oder gar nicht einschlafen kannst, ist es völlig okay, Mama oder Papa zu rufen oder zu ihnen zu gehen. Erwachsene sind dafür da, dass du dich sicher fühlst.

Anna

Ja, das ist ganz wichtig: Du musst das nicht alleine schaffen. Manche Nächte sind einfach schwieriger. Vielleicht war der Tag aufregend oder du hattest einen blöden Traum. Dann helfen trösten, kuscheln, Wasser trinken, noch mal zur Toilette gehen.

Eule Sophie

Und weißt du was? Jede Nacht ist eine neue Chance. Auch wenn es gestern mit dem Einschlafen nicht so gut geklappt hat, kann es heute schon besser sein.

Anna

Also fassen wir kurz zusammen: Schlaf ist wichtig, weil dein Körper wächst und sich repariert, und dein Gehirn alles sortiert, was du erlebt hast. Ein ruhiges Abendritual, wenig Bildschirm vor dem Schlafen und nicht zu viel Zucker helfen dir beim Einschlafen.

Eule Sophie

Und du selbst kannst mitmachen: ruhig atmen, an etwas Schönes denken und Erwachsene holen, wenn du dich unsicher fühlst. Dann bist du ein richtiger Schlaf-Profi.

Anna

Wir wünschen dir jetzt ganz viele kuschelige, erholsame Nächte. Danke, dass du mit uns über das Schlafen nachgedacht hast.

Eule Sophie

Hu-hu, schlaft gut, ihr kleinen Sterne. Wir hören uns in der nächsten Folge wieder.

Anna

Tschüss ihr Lieben, träumt was Schönes. Und tschüss, liebe Sophie.

Eule Sophie

Tschüss, liebe Anna. Tschüss, Kinder.